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Wirklich frei oder doch arm dran? Freiberufler im Check

In einer neuen Serie beschäftigt sich der KEX-Blog in vier Folgen mit Freelancern, Selbständigen und Gründungen. Angeregt durch Timothy Ferriss‘ „4-Stunden-Woche“, glauben viele Journalisten und festangestellte Arbeitnehmer, dass Freiberufler ein einfaches Leben führen. Arbeiten Selbständige nicht frei bestimmt zuhause oder flexibel in hochmodernen Coworking-Offices? Zumal es irgendwie als cool gilt, keinen Chef zu haben und nicht bloß ein schnöder Gewerbetreibender zu sein. Doch Image und Realität haben leider nur wenig miteinander zu tun.
 

Gründungsexperte Andreas Lutz sagt etwa: „Gründer und Freelancer haben keine Lobby. Viele Politiker scheinen zu denken, es geht in Deutschland auch ohne Gründer und kleine Selbständige“. Dazu passen auch eine Reihe von Entscheidungen, die die Regierungskoalition in den vergangenen Monaten getroffen hat: Unter anderem wurden die Mittel für den erfolgreichen Gründungszuschuss gekürzt und auch das Gründercoaching soll es bald nicht mehr geben. Nicht nur deshalb protestierten mehr als 80.000 Freelancer in einer Online-Petition auch gegen die Zwangsverrentungspläne von Arbeitsministerin von der Leyen.
 

Es bleibt daher abzuwarten, ob der seit der Jahrtausendwende einsetzende Boom bei Selbständigen – im Schnitt ein Plus von 4,6% pro Jahr – auch weiterhin anhalten wird. Karriereexpertin Svenja Hofert beschreibt die Vorzüge des Freelancertums folgendermaßen: „Im Vergleich zum tristen Angestelltendasein ist dies für viele wie ein Befreiungsschlag. Zeit für Reisen zu haben. Nach Hause gehen zu können, wann immer sie Lust haben. Diesen Freiberuflern reichen 30.000 bis 40.000 Euro Gewinn zum Leben oft aus. Die gewonnene Lebensqualität ist ihnen viel wichtiger als der schnöde Mammon.“ Auch steuerlich bieten sich für „echte“ Freiberufler wie Journalisten, Ärtze oder Musiker attraktive Vorteile – beispielsweise entfällt die Gewerbesteuer.
 

Doch ca. 125.000 Selbständige beziehen pro Jahr zusätzlich Hartz IV – als sogenannte Aufstocker, weil sie mit den Aufträgen nicht über die Runde kommen oder in eine kurzfristige Krise geschlittert sind. Und obwohl ca. 1,2 Mio festangestellte Arbeitnehmer aus dem Niedriglohnsektor die gleiche Leistung beziehen, spielten Politiker im vergangenen Jahr mit dem Gedanken, die Leistungen für die Freelancer einzustellen. „Selbständigkeit und der Rest ist Hartz IV - das wird auf Dauer nicht gehen", sagte beispielsweise Ministerin von der Leyen. Mediales Image und Realität bei Freelancern stimmen also nicht immer überein. Deshalb lohnt es sich, gründlich auf eine Gründung vorzubereiten.
 

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